Feuerlöscher

Welche Typen von Feuerlöschern gibt es? Ist Feuerlöscher gleich Feuerlöscher?
Welcher eignet sich für den “Hausgebrauch”? Auf was Sie achten sollten, wenn Sie sich
einen Feuerlöscher zulegen wollen und welcher für Sie überhaupt in Frage kommt lesen
Sie hier…

Ein Feuerlöscher gehört in jedes Haus. Und das aus gutem Grund: Wenn es brennt, kann man
mit ihm schnell eingreifen und den Brand bekämpfen, bevor er sich ausbreiten kann.
Feuerlöscher können so Leben retten und größeren Sachschaden verhindern. Die kleinen roten
Brandbekämpfer gibt es in zahlreichen Formen und für unterschiedliche Brandarten. Aber nicht
alle eignen sich für den Hausgebrauch.

Auswahlkriterium “Brandklasse”
Essenziell für die Wirkung eines Feuerlöschers ist, dass er in der Lage ist den Brand zu
löschen. Das klingt zunächst unsinnig, denn es ist ja seine Aufgabe Brände zu löschen. Doch
nicht jeder Feuerlöscher kann alle Arten von Bränden löschen. Hier gibt es deutliche
Unterschiede, je nach dem, ob gerade ein fester, flüssiger oder gasförmiger Stoff brennt. Zur
Unterscheidung dieser Brandarten wurden „Brandklassen“ eingeführt. Diese kennt man von
sogenannten ABC-Löschern, die demnach für die Klassen A, B und C geeignet sind.

brandklassen

 

 

 

 

 

 

Feuerlöscher für den “Hausgebrauch”

Um einen geeigneten Feuerlöscher auszuwählen, empfiehlt es sich zunächst eine Abschätzung
des Brandrisikos durchzuführen. Hier gilt es einzuschätzen, welche brennbaren Stoffe in
welcher Menge im Haushalt vorhanden sind. Hierzu zählen natürlich Einrichtungsgegenstände,
wie Gardinen, Sofas oder andere Möbel. Relevant sind aber beispielsweise auch Lacke,
Verdünnung und diverse Utensilien aus dem Keller oder Hobbyraum. Hinzu kommen der
Schwerpunkt Küche, wo sich viele elektrische Geräte, wie Toaster, Herd oder Friteuse
befinden.

Von dieser Liste ausgehend, kann man sich nun an die Suche nach einem passenden
Feuerlöscher machen. Für einen typischen Haushalt, der feste Stoffe, wie Holz und Textilien,
flüssige Stoffe, wie Benzin oder Lacke, beherbergt ist zumindest ein Löscher nötig, der die
Brandklassen A und B abdeckt. Befinden sich zudem gasförmige Stoffe im Haus, etwa bei
einem Gasherd oder einer Gasheizung, wird Brandklasse C ebenfalls notwendig. Für die
Absicherung der Küche, mit erhöhter Fettbrandgefahr empfiehlt sich ein Feuerlöscher der
Klasse F und/oder eine Löschdecke. Weit verbreitet sind in Haushalten Löscher, die für die
Klassen A, B und C geeignet sind. Solche Geräte sind in der Regel „ABC-Pulverlöscher“.

Arten von Feuerlöschern
Die Eignung eines Löschgeräts für verschiedene Brandklassen ist auch von der Art des
Feuerlöschers, sprich dem darin enthaltenen Löschmittel, abhängig. Man muss ebenfalls
beachten, dass ein Löschmittel, welches für eine bestimmte Brandklasse nicht geeignet ist,
unter Umständen auch eine Brandausbreitung oder eine Explosion verursachen kann. Deshalb
einen Löscher nicht einfach „ausprobieren“, sondern nur einsetzen, wenn man sicher ist, dass
er bei einem Brand nicht mehr schadet als nützt.

-Wasserlöscher
Wasserlöscher sind grundsätzlich nur für Brandklasse A, also feste Stoffe, geeignet. Die
Wirkung eines Wasserlöschers beruht auf der feinen Zerstäubung des Wassers durch sehr
hohen Druck. Es entsteht ein Wassernebel, welcher aufgrund seiner sehr großen Öberfläche
dem Feuer schnell die Energie entzieht und es damit zum Erlöschen bringt. Größte Vorsicht ist
hingegen bei Fettbränden geboten. Hier darf nie Wasser zum Löschen eingesetzt werden. Dies
würde zu einer Fettexplosion führen, welche verheerende Folgen haben kann. Auch bei
brennenden Metallen oder Flüssigkeiten sorgt Wasser meist für eine Ausbreitung des Brandes,
anstatt einer Eindämmung.

-Schaumlöscher

Wie der Name schon sagt, wird bei dieser Art von Feuerlöscher Schaum als Löschmittel
eingesetzt. Der freigesetzte Schaum legt sich auf den Brandherd, erstickt ihn und verhindert ein
erneutes Aufflammen. Schaumlöscher sind für die Brandklassen A und B geeignet. Für Gase
sind Sie unwirksam und bei Metallen und Fetten ist ebenfalls Vorsicht geboten.
Ein großer Vorteil von Schaumlöschern ist, dass sie das Umfeld des Brandes nicht durch Verschmutzung
in Mitleidenschaft ziehen, wie es beispielsweise bei Pulverlöschern der Fall ist.
Gerade elektronische Geräte werden dadurch geschont. Schaumlöscher sind daher in Büros
und an Arbeitsplätzen mit viel Technik weit verbreitet.

-Pulverlöscher
Pulverlöscher sind in der Regel für die Klassen A, B, und C geeignet und auch an der Aufschrift
„ABC-Pulver“ erkennbar. Das enthaltene Pulver ist ein sehr feines Salzgemisch, welches das
Feuer erstickt. Nachteilig bei diesen Feuerlöschern ist, dass sich das weiße Pulver im ganzen
Raum oder Gebäudeteilen verteilt und diese so „verschmutzt“. Nach dem Einsatz eines
Pulverlöschers stehen also immer Reinigungsarbeiten an. Außerdem kann das Salzpulver
elektrische Geräte durch Korrosion beschädigen. Vorteilhaft ist bei diesem Typ allerdings die
universelle Einsetzbarkeit für viele Brandarten.

-Kohlendioxidlöscher
Diese Feuerlöscher stoßen zum Löschen nichtbrennbares CO2-Gas aus, welches den
Sauerstoff in der Raumluft verdrängt und dem Feuer so die „Nahrung“entzieht. Der Brand
erstickt. Es bleiben weder Rückstände zurück noch werden technischen Geräte beschädigt.
Solche Löscher eignen sich aber nur für die Klassen B und seltener auch C.

-Fettbrandlöscher
Speziell für das sichere Löschen von brennenden Speiseölen und -fetten wurden
Fettbrandlöscher entwickelt. Für gewerbliche Küchen sind solche Spezial-Löscher sogar
vorgeschrieben.

-Falsche Feuerlöscher
In Baumärkten oder Supermärkten findet man immer wieder sogenannte Lösch-Sprays, die
irreführende Bezeichnungen, wie Fire-Killer oder Feuer-Stop, besitzen, aber bei einem Brand
oft mehr schaden als nützen. Es handelt sich hierbei um keine Feuerlöscher. Diese Sprays
werden weder nach gängigen Normen (etwa DIN EN 3) geprüft noch erfüllen sie grundlegende
brandschutztechnische Anforderungen. Die enthaltene Menge an Löschmittel ist extrem gering
und reicht nicht aus, um einen Brand einzudämmen. Für viele Brandarten sind sie gänzlich
ungeeignet. Bei Fettbränden kann es sogar zur Explosion kommen. Diese Sprays sind also
eher eine Gefahr für den Benutzer und sollten für den Ernstfall nicht eingesetzt werden.

-Löschdecken
Besonders in Küchen, wo erhöhte Gefahr durch sich entzündendes Fett besteht, empfiehlt sich
das Anbringen einer Löschdecke. Ein Löschversuch mit Wasser kann hier zu katastrophalen
Folgen und schlimmen Verletzungen führen. Aber auch für einen brennenden Adventkranz
eignen sich Löschdecken optimal. Sie sind aus unbrennbarem Material, wie etwa
Glasfasergewebe, hergestellt und werden einfach über den Brandherd gelegt. Dem Brand wird
dadurch die Sauerstoffzufuhr abgeschnitten und die Flammen werden erstickt. Löschdecken
sollten an einem leicht zugänglichen Ort aufbewahrt werden. Sie sind vor Feuchtigkeit, Staub
und Chemikalien zu schützen, damit sie in ihrer Wirkung nicht beeinträchtigt werden.

Wartung von Feuerlöschern
Feuerlöscher müssen immer zugelassen sein. Die Zulassungsnummer ist auf den Geräten
vermerkt. Mindestens alle zwei Jahre müssen Feuerlöscher überprüft/gewartet werden. Der
Prüfer vergibt dann, ähnlich wie beim TÜV, eine neue Prüfplakette und fertigt einen Bericht, den
man gut aufheben sollte, falls eine Versicherung nach einem Schaden danach fragt. Nachdem
ein Feuerlöscher eingesetzt wurde, muss er ebenfalls geprüft und wiederbefüllt werden, selbst
wenn er nicht vollständig entleert wurde.

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